Ricarda Lang und der Pony
Shownotes
Alles ging los, wo sich normale Leute eben kennenlernen – auf Instagram. Und der Frage: sind Natascha und Ricarda die einzigen Frauen DER WELT mit Pony? Nachdem das geklärt ist, reden die beiden über Frauenhäuser, Alleinerziehende, Gisèle Pelicot, Mode in der Politik – und Helmut Kohl. Bei Natascha zeigt Ricarda eine ganz andere Seite von sich. Es wird sehr ernsthaft – aber auch sehr lustig!
Jeden Donnerstag, überall wo´s Podcasts gibt.
Host: Natascha Ochsenknecht Executive Producer: Ruben Schulze-Fröhlich Redaktion: Heiko Behr Video- und Sounddesign: Felix Stäblein Titelsong: F3X feat. Viola Vitale Produktionsleitung: Miriam Aberkane
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wir haben uns für kurz im Kennen gelernt, weil wir fast die gleiche Frisur haben.
00:00:04: Aber ich würde sagen, wir haben
00:00:05: noch viel,
00:00:05: viel mehr miteinander zu bereden als das auch außer von Instagram.
00:00:09: Also, lass mal treffen und ein bisschen Quatsch.
00:00:11: So, meine Lieben, endlich geht's los mit Warnermann.
00:00:13: Mein Podcast geht an den Start.
00:00:15: Ich freue mich ab jetzt jeden Donnerstag.
00:00:17: Unterschiedliche Gäste.
00:00:19: Es wird wild, es wird wund, es wird emotional.
00:00:22: Und es passieren Dinge, mit denen man gar nicht rechnet.
00:00:24: Und ich freue mich natürlich, wenn ihr am Start seid und mir dann auch mal schreibt.
00:00:29: wie ihr das Ganze gefunden habt.
00:00:31: Und mein erster Gast ist Ricardo Lang.
00:00:33: Wir kennen uns eigentlich nicht wirklich, aber doch über einen kurzen Pony.
00:00:37: Was da passiert ist, das werdet ihr in meinem Podcast erfahren.
00:01:10: Ricardo Lang, herzlich willkommen.
00:01:11: Hi, ich freu mich.
00:01:13: Und wie haben wir uns kennengelernt oder eigentlich doch nicht kennengelernt?
00:01:16: Über Instagram und über den Pony.
00:01:17: Über einen kurzen Pony.
00:01:19: Genau.
00:01:19: Von lang zu kurz.
00:01:21: Ja, aber ich hab dich natürlich immer so ein bisschen verfolgt, was man so mitkriegt.
00:01:24: Ja.
00:01:24: Und ich dachte immer ... Okay, Rikala lang mal gucken.
00:01:29: Und dann habe ich irgendwann angefangen, ein bisschen anders hinzugucken, dann habe ich gemerkt, Veränderungen, da tut sich irgendwas.
00:01:35: Sag mal, wird älter, man hat Erfahrung und es passieren Dinge im Leben, die vielleicht einen auch mal in eine andere Richtung schieben, dann hast du auch wieder ein bisschen anderen Weg eingeschlagen.
00:01:44: Ja, und dann kam die Geschichte mit dem Pony, wo ich dann abgeschnitten habe oder abschneiden lassen und hieß es ... Hast du Riccada lang die Friseur?
00:01:52: Du hast die Friseur für Riccada lang.
00:01:54: Hast du die geklaut so ungefähr?
00:01:55: Hat
00:01:55: doch noch keine Frau der Welt jemals ein Pony gehabt.
00:01:57: Du warst
00:01:57: die erste.
00:01:58: Das fand
00:01:58: ich so geil.
00:01:59: Du hast das dann, glaube ich, in deiner Story gepostet, diesen Artikel.
00:02:02: Und ich hatte es darüber gesehen und war auch so, wie kommen die darauf zu denken, dass irgendwie eine Frau das Monopol auf Pony frisst?
00:02:08: Auf Pony hatte, ne?
00:02:09: Also auch so oberflächlich.
00:02:11: Und dann dachte ich mir so, okay, ich hatte ja diese Fragerunde und dann hab ich das halt aufgegriffen.
00:02:14: Dann hab ich ja geschrieben irgendwie, ich hatte schon so viele Frisoren in meinem Leben für Riccada lang alt ist.
00:02:20: hab ich dich ja markiert.
00:02:22: Ja,
00:02:22: genau.
00:02:22: Und dann hast du mir geschrieben.
00:02:24: Ja, weil ich das total sympathisch fand.
00:02:26: Ich hab mal runtergeschrieben, PS, ganz wichtig, PS.
00:02:30: Ich finde, die Frisur steht ihr übrigens sehr gut.
00:02:32: Irgendwann hatte man ja auch so zu mir, es soll eigentlich ein Diss sein.
00:02:34: Ich meine, ich hab überhaupt nicht so verstanden.
00:02:36: Sondern wie du sagst, ein bisschen dieses Gegeneinanderpitten von Frauen.
00:02:39: Das Lustige ist, weil ich in den Tagen davor, ich hab mir eine Woche davor geschnitten, wurde ich immer gefragt, ob ich die Reiche nachmachen würde, die Politikerin von den Linken.
00:02:47: Ob das ein politisches Signal sein sollte, wo ich auch so war.
00:02:49: Aber
00:02:49: wie lächerlich, oder?
00:02:51: Auch sie war nicht die Erste, die sie in Pony schneiden lasse.
00:02:53: Also ich hatte tatsächlich meinen ersten Pony, glaube ich, Ich
00:02:59: glaube, ich hatte mein erst mit fünfzehn, das war dann eher so zweitausendneun.
00:03:02: Ja, und das Foto, was ich bei dir auf Instagram gesehen habe, da hast du auch gedacht, da hatte ich mehr Haare, aber die Zeiten ändern sich auch trotzdem ein bisschen.
00:03:08: Es ist
00:03:08: weniger, ich habe alte Bilder gesehen, da war das noch richtig voll hier vorne und jetzt muss ich mal so ein bisschen zusammenkennen, dass es da ist.
00:03:14: Also anscheinend ist es eine alte Erscheinung bei mir.
00:03:16: Aber ich freue mich tatsächlich, als ich der dann geschrieben habe, ob du Lust hättest, mein Gast zu sein, hast du direkt gesagt, ja klar, mach ich, fand ich super, es hat mich sehr gefreut und jetzt bist du hier.
00:03:24: Und wie war das denn für dich jetzt so, du bist ja mit achtzehn.
00:03:28: War ja so dein Einstieg offiziell, sagen wir mal, so ein bisschen in die Politik.
00:03:33: Wie ist das denn als junges Wilder?
00:03:34: Wann hast du denn angefangen, dich dafür zu interessieren?
00:03:36: Also ich meine, ich als Teenager, wenn ich überleg, so Musik, ich habe dann angefangen zu modeln ganz früh.
00:03:41: Politik war aber mir, klar, sechziger Jahre ist vielleicht eine andere Geschichte.
00:03:45: Aber da ging es über.
00:03:46: Also, wer hätte nie auf die Idee gekommen, wie ist das bei dir passiert?
00:03:49: War bei mir tatsächlich auch so.
00:03:50: Ich war während meiner Schulzeit überhaupt nicht politisch interessiert, geschweige denn aktiv.
00:03:54: Also, es gab ja auch immer diejenigen, die dann in der SMV der Schülervertretung waren und als Schulsprecher kandidiert haben.
00:04:01: Und das war bei mir überhaupt nicht so.
00:04:02: Ich fand es sogar eher im Gegenteil.
00:04:03: Ich habe ja manchmal in den letzten Jahren, gab es ja mit der Klimabewegung zu ganz, ganz junge Leute, vierzehnjährige, die haben Demos organisiert.
00:04:10: Und ich habe sie mir angeschaut.
00:04:11: Ach, so krass Respekt.
00:04:13: Mit Schwitzen, da war ich echt mit allen Bescheiden.
00:04:15: auf dieser Welt und vielleicht noch mit dem Klima in meinem Freundeskreis, aber auf jeden Fall nicht mit der Klimakrise oder irgendwelchen anderen Fragen.
00:04:22: Mir ist es sich sehr schlagartig mit achtzehn geändert.
00:04:24: Und zwar wegen meiner Mutter.
00:04:26: Und die hat damals im Frauenhaus gearbeitet und die hat ihren Job verloren.
00:04:29: Und das war die gleiche Phase, wo ich gerade meinen Abschluss gemacht habe.
00:04:33: Ich habe mein Abi da gemacht, bin da von Hause ausgezogen und dann hat sie da ihren Job verloren.
00:04:37: Ich war am Anfang einfach richtig wütend.
00:04:39: Einfach wütend darüber, was ihr passiert ist, weil es war auch nicht, dass sie ihn verloren hat, was sie was falsch gemacht hat oder schlechter.
00:04:44: Arbeit gemacht hat.
00:04:45: Sondern das Frauen hat das zugemacht, waren nicht mehr genug Geld da und haben gesagt, okay, das ist
00:04:49: komplett beschlossen.
00:04:49: Und dann auch ein Frauenhaus, wo man sagt, gerade das
00:04:51: müssen
00:04:52: sofort unterstützt werden.
00:04:53: Und
00:04:53: die hatten leider kein Mangel an Interessenten, jetzt ein Anführungszeichen.
00:04:58: Also auch da war es schon so, dass die teilweise Frauen abweißen mussten, weil es zu wenig Plätze gab.
00:05:02: Schlimm
00:05:02: genug,
00:05:02: ja.
00:05:02: Dass man ganz oft irgendwie abends die noch mal länger bleiben musste, weil dann unerwartet jemand aufgetaucht ist und sagt sie auch nicht, ne, sorry, ich hab umsonst nur Feierabend.
00:05:09: Und es war schon echt ein Job, der ist körperlich anstrengend, der ist psychisch super anstrengend.
00:05:14: Und trotzdem weiß ich, dass sie gern gemacht hat, weil man auch wusste, ich helfe da Frauen, Kinder, die zu Hause die Welle erfahren, da hinkommen.
00:05:21: Aber das ist dafür dann so wenig Wertschätzung gehabt, dass man, wenn man sagt, man muss jetzt den Rotstift anstecken und sparen.
00:05:26: muss man manchmal sein.
00:05:27: Ich finde, es müsste weniger sein als auf der Fall ist.
00:05:29: Aber man muss manchmal sein, dass man ausgerechnet da wacht, wo Frauen hingehen, die Schutz kommen.
00:05:33: Das ist schon sehr traurig.
00:05:35: Das war damals tatsächlich, was meine Tante, die dann zu mir herkam und so meinte, jetzt ist ein Schwäbe schon noch.
00:05:41: Vielleicht musst du ja nicht bei der Wut stehen bleiben.
00:05:43: Weil Wut ist oft berechtigt, würde ich sagen.
00:05:45: Aber Wut kann auch krank machen?
00:05:46: Genau.
00:05:47: Und sie ist ja... auch häufig erst mal destruktiv, also ausgerichtet auf Rache.
00:05:52: Ich will, dass es anderen genauso schlecht geht, dass
00:05:54: wir das kaputt machen.
00:05:55: Und immer sind Sie selbst gekommen mit dem, warum ist mir das passiert?
00:05:57: Weil es ist ja oft auch so ein Ding, wo was auch selber nicht gut tut.
00:06:01: Manchmal ist man ja auch gar nicht schuld angewissen, wie deine Mutter dann auch.
00:06:05: Aber man zweifelt ja trotzdem selber, warum ich, warum muss das passieren?
00:06:08: Und das ist auch eine gute Sache.
00:06:10: Aber du bist ja dann gleich zu den Grünen gekommen.
00:06:12: Ja, ich habe mir am Anfang einmal die Sozialdemokraten und einmal die Grünen angeschaut.
00:06:18: und hat dann bei beiden mal vorbeigeschaut.
00:06:20: Und es war interessanterweise im Anfang, später sind dann ganz viele inhaltliche Argumente dazugekommen und ich bin aus Tiefa überzeugend grüne, aber am Anfang war es eher auch so ein Gefühlsthing.
00:06:30: Mein Grün waren mehr junge Leute, waren mehr Frauen mit dabei und dadurch war es einfach... ganz schnödes, ein Ort, wo ich mich ein bisschen wohler gefühlt habe.
00:06:38: Also ich habe damals überhaupt nicht vorgehabt, Berufspolitikerin zu werden.
00:06:41: Also das war für mich nicht im Sinn.
00:06:42: Es war schon dieser Veränderungswunsch und ich habe mich dann ein bisschen informiert und überlegt, okay, die Entscheidung, die jetzt da getroffen wurde, es fehlt Geld und es wird ein Haushalt aufgestellt und man sagt, das Geld bei dem Frauenhaus wird gestrichene.
00:06:53: Wo könnte man darauf Einfluss nehmen?
00:06:55: Ich glaube, auch da war ich wiederum total von meiner Mutter geprägt, weil die hat mir auf der einen Seite sehr diesen Wunsch mitgegeben.
00:07:12: Das war natürlich kein einfacher.
00:07:15: Punkt in ihrem Leben.
00:07:16: Ja, klar.
00:07:17: Alleinerziehende Mütter.
00:07:18: Ich meine, es gibt doch alleinerziehende Väter.
00:07:19: Das ist auch nicht ohne.
00:07:21: Die manchmal doch mehr beäugt werden als Mütter, wo man dann singt.
00:07:23: So, der muss ja ein Arschlauch gewesen sein.
00:07:25: Warum ist die Frau weg?
00:07:26: Ja,
00:07:27: genau.
00:07:27: Warum ist das Kind denn bei ihm?
00:07:28: Das kenne ich auch.
00:07:29: Ich hatte einen Bekannten.
00:07:30: Der leidensdienende Vater meinte, er wurde bei der Kita immer so ein bisschen, dass die mir dachten, die Frau wäre gestorben.
00:07:35: Da haben sie sich halt entschieden, dass er, er wollte ihm sozusagen mehr von der Erziehungszeit übernehmen.
00:07:39: Dann war es aber so, es konnte man sich gar nicht vorstellen, dass er sich einfach noch für
00:07:43: den Schienel
00:07:43: hat.
00:07:43: So, das war wirklich immer so.
00:07:44: Ob dann Trauerfall in der Familie muss was ganz Schlimmes passiert sein?
00:07:54: Aber nochmal kurz, um auf dieses Frauenhaus zurückzukommen.
00:07:58: Was würdest du denn Frauen, die in so Beziehungen sind, die Angst haben?
00:08:02: Was hat deine Mutter für eine Erfahrung?
00:08:03: Was ist das der wichtigste Satz, den man einer Frau sagt, die eigentlich gehen muss?
00:08:09: Was ist so der wichtigste Leitsatz zu sagen?
00:08:13: Das, das oder das?
00:08:15: Ich bin keine Fachperson von sozialer Arbeit.
00:08:18: Aber
00:08:18: vielleicht die Erfahrung von deiner Mama, die dir das so mit auf den Weg gegeben hat, wenn die sagt, ne, mach du dein Ding und, ne?
00:08:23: Ich glaube, die wichtigste Erfahrung ist schon, sie sind nicht allein.
00:08:27: Weil es fühlt sich ganz, ganz, ganz alleine an.
00:08:29: Es ist oft Schambesetz, das heißt, man will nicht drüber reden.
00:08:31: Man will es nicht mit der Familie teilen, weil man vielleicht auch Sorge hat, auf welche Seite es stellen, mit dem Partner redet man offensichtlich nicht drüber, weil der das Problem ist.
00:08:39: Und das kann sich so ganz alleine, dieses Alleinsein fühlt sich, glaube ich, so überwältigend an.
00:08:44: Und ich glaube, in dem Moment zu sehen, es gibt dieses Frauenhaus, es gibt Beratungsstellen, es gibt bestimmt auch Menschen in ihrem Leben, wenn sie sich öffnen.
00:08:53: Und das heißt, um sich zu öffnen, zu verstehen, Du bist nicht schuld, weil so viele Frauen geben sich selbst die Schuld.
00:09:00: Na ja, weil sie klein gemacht werden.
00:09:02: Genau,
00:09:02: die fangen dann an zu überlegen, wenn ich da weniger widersprochen hätte, wenn ich das Essen früher warm gemacht hätte, wenn ich das Kind früher nach oben geschöpft
00:09:10: hätte, dass es nicht laut gewesen
00:09:12: wäre.
00:09:12: Wenn ich den Fernseher ausgedacht habe.
00:09:13: Ja, natürlich, dem wird ja auch eingeredet.
00:09:15: Du bist schuld.
00:09:17: Das internalisieren ganz viele und fangen dann wirklich an zu denken, ich bin schuld und ich muss nur ein bisschen was ändern.
00:09:23: Und vielleicht ist das sogar noch mehr, als du bist nicht alleine, eigentlich der Satz denen zu sagen, du bist nicht schuld.
00:09:28: Du kannst keinen Fehler machen, der groß genug ist, dass es rechtfertigt, dass dich dein Partner schlägt.
00:09:34: Du kannst nichts falsch genug machen, dass es rechtfertigt, dass der dir physische und auch psychische Gewalt antut.
00:09:40: Und das finde ich so wichtig.
00:09:41: Und ich finde, es gab diesen ganz starken Satz, es gab ja... Mittlerweile ist fast schon zwei Jahre her, Giselle Pilikott, das war eine französische Frau, die dieses Verfahren gegen ihren Mann, der sie in Grotik muss
00:09:53: sein.
00:09:54: Irre.
00:09:55: Irre, er hat Sientin weg unter Drogen gesetzt und von anderen Männern vergewaltigen lassen.
00:09:59: Ich kann das gar nicht in Worte.
00:10:00: Es ist so ein kranker Gedanke.
00:10:02: Und er hat einen öffentlichen Prozess geführt.
00:10:03: Und er gesagt, ich will, dass der öffentlich ist.
00:10:06: Und ich
00:10:06: will auch diesen Tätern in die Augen gucken.
00:10:08: Genau.
00:10:09: Und er gesagt, die Scham muss die Seiten wechseln.
00:10:11: Es darf sich nie das Opfer schämen, dafür was ihm angetan wird, sondern der Täter muss sich dafür schämen, was er diesen Frauen angetan hat und dieser Frau angetan hat.
00:10:18: Und das war für mich, also die war meine Helden in diesem Jahr.
00:10:21: Absolut, absolut.
00:10:21: Und eigentlich der stärkste Schatz, der Scham.
00:10:23: Scham muss die Seiten wechseln.
00:10:24: Aber was ich ganz traurig fand, wenn es gerade um diesen Fall geht, sie hat sich dann mit ihrer Tochter so ein bisschen überworfen.
00:10:31: Das fand ich ja so schrecklich, weil die Tochter dann auch gesagt hat, ja bei mir ist auch was passiert.
00:10:36: Und wo sie sagt, nee, das war nicht so.
00:10:38: Das hat mich auch überrascht, weil das ja eigentlich würde man denken, wenn man diese Eigenerfahrung gemacht hat, dass man da eine besondere Sensibilität hat, eine besondere Offenheit hat.
00:10:46: Und ja auch dieses, das nicht, das ist ja ganz oft... ich sehe nicht, was ich nicht sehen will, hätte man ja gerade bei ihr gedacht, dass das nicht mehr der Fall ist.
00:10:54: Dass ihr das
00:10:56: so geöffnet habt.
00:10:57: Aber da siehst du mal, dass sie trotzdem, sie hat sich geöffnet, sie wollte ihren persönlichen Krieg führen, sie wollte den Tätern in die Augen gucken.
00:11:04: und dann kommt aber irgendwann ihre Tochter und sagt, ich kann mich erinnern, Moment, da war auch was.
00:11:09: Und dann, auf einmal, muss ja die Mauer wieder nach oben gegangen sein.
00:11:12: Aber ich glaube, das war auch so, okay, es ist mir passiert, aber ... Warum konnte ich meine Tochter nicht beschützen?
00:11:18: Vielleicht ist das auch so ein Instinkt gewesen.
00:11:21: Und da noch mal eine ganz andere Geschichte.
00:11:24: Genau.
00:11:24: Nicht nur die Frage, was wurde mir angetan, sondern auch, warum hast du die Intervenz gemacht?
00:11:28: Das Geschichte war viel
00:11:29: größer.
00:11:29: Und dann waren ja auch noch andere Frauen dann anscheinend auch noch mal beteiligt.
00:11:33: Oder aus anderen Dörfern oder auch wo das da war, wo ich dann auch dachte.
00:11:38: anstatt die Frauen sich dann zusammentonen.
00:11:40: Genau, das fand ich auch traurig eigentlich in diesem Moment, dass man denken würde, dass daraus eine gemeinsame Empathie wächst im Sinne von, ich sehe, was mich eng hat, und ich sehe, dass die was ähnliches ankommen.
00:11:50: Wir haken uns unter und nicht das Gefühl von, es kann nur ein Opfer geben, es muss irgendwie gegeneinander ausgespielt werden.
00:11:56: Aber das, ich mein, das fängt ja auch schon im Kleinen an.
00:11:58: Das war für mich auch echt so einen der wichtigsten Lehren, würde ich sagen, in den letzten Jahren, wo ich Politik gemacht habe.
00:12:03: dass man doch oft von Jung auf gelernt hat, so ein bisschen andere Frauen als Konkurrenz zu sehen.
00:12:08: Also nicht, dass ich sagen will, es ist in dem Fall um Konkurrenz.
00:12:09: Es ist ein viel, viel tiefer geht.
00:12:11: Man guckt halt anders an.
00:12:12: Ein
00:12:12: wichtigeres Thema.
00:12:14: Aber ich sehe auch so im ganz Kleinen dieses, dass man immer so gelernt hat, naja, die Aufmerksamkeit von einem Jungen, wenn du ein Teenager bist, später vielleicht so der einen Job, wo man sagt, die eine Frau im Fernsehen.
00:12:24: Hast du das denn?
00:12:25: Ich
00:12:26: hatte das
00:12:27: lange total, auch im politischen, wo ich das gemerkt habe, ey, ich schaue
00:12:31: auf andere
00:12:32: Frauen.
00:12:33: und denkt dann immer okay, die eine junge Frau, die irgendwie in der Durchsetzung stark ist oder sowas bei den Grünen.
00:12:39: Und für mich war es aber total schön, ich war gemeinsam mit meiner besten Freundin, Jamila heißt die, im Bundesvorschnitt bei den Grünen.
00:12:45: Wir waren zeitgleich stellvertretende Vorsitzende, damals Robert Habeck an Lerberg waren Vorsitzende, wir waren stellvertretende Vorsitzende und in der Zeit habe ich gemerkt, wie dumm.
00:12:54: dieses Konkurrenzdenken ist.
00:12:55: Weil ich wollte ja, da wo sie politischen Erfolg hatte, sind wir ja gemeinsam vorangekommen.
00:13:00: Da wo ich was durchsetzen konnte, hatten wir gemeinsame Folge.
00:13:03: Und da habe ich so gemerkt, das bedroht ja auf diesen Denken von, ey, wir kriegen eh nur ein kleines Stück von Kuchen ab.
00:13:08: Und dann müssen wir mal ordentlich die Ellbogen ausgefahren werden, bis wir was vom Grümel.
00:13:12: Und wir haben euch gedacht, nee, wir können auch die Ellbogen uns unterhaken und gemeinsam
00:13:16: die Hälfte von diesem Kuchen beanspruchen.
00:13:17: Ja, natürlich.
00:13:18: Ja, natürlich.
00:13:19: Und das hat sich bei mir dann total verendet, ist eigentlich ihre Erfolge, meine Erfolge geworden sind ihr Wir sind
00:13:23: halt so ein Team geworden.
00:13:25: Und dadurch hat sich auch mein Blick auf andere Frauen insgesamt total verändert.
00:13:28: Und gab es einen entscheidenden Moment, wo du gemerkt hast, so, ey, eigentlich bin ich dumm, was mache ich denn?
00:13:33: Wieso denke ich auf einer so?
00:13:34: Ach, das gab es schon davor mal in der Grünen-Jugend, wenn man dann so reden gehalten hat und überlegt, wer hat jetzt die bessere Rede oder mehr Aufmerksamkeit oder sowas bekommen und so.
00:13:41: Und da habe ich mir dann immer gedacht, ey, warum?
00:13:43: Das sind Personen, das war ja nicht nur Sie, sondern auch andere Frauen beim Umfeld.
00:13:47: Ich finde die cool.
00:13:48: Ich finde gut, was die machen.
00:13:50: Ich mag die.
00:13:51: Da ist sogar wirklich die Bedeutung.
00:13:53: Warum fange ich an, da dann so einen kleinen Kreml in mir zu haben?
00:13:57: Und wahrscheinlich würde ich heute lügen, wenn ich sagen würde, den gibt es überhaupt gar nicht mehr.
00:14:01: Ein bisschen noch klopft noch
00:14:02: an.
00:14:03: Genau, ich bin bewusster geworden.
00:14:05: Manchmal kommt der Kreml an, klopft an und da kann ich aber sagen, mir die Tür bleibt zu.
00:14:08: Die mache ich zu und du kommst hier heute nicht rein.
00:14:10: Und ging das jetzt, war das auch vom Äußeren her, wo du auch mal so ... Es gibt ja oft, dass man sagt, in der Politik, wir haben alle keinen Geschmack, die sind nicht gut angezogen, sind alle altmodisch, wir laufen die rum, die haben eigentlich gar keinen Plan, gab es da auch was, wo du sagst so?
00:14:28: Das war für mich immer
00:14:29: so... Die hat mich beeindruckt, obwohl die aussieht, was die anhat, wie Mutik.
00:14:33: Man sieht ja jetzt auch mehr Farbe im Bundestag, finde ich mal.
00:14:35: Das war ja am Anfang auch mal nicht so.
00:14:36: Das war immer so, ja...
00:14:39: Das finde ich eigentlich bei verschiedenen Politikerinnen.
00:14:41: Ich fand es bei einer der Baerbock war das mal ganz stark.
00:14:43: Ich finde auch, gibt es sich Julia Klöckner, die ich an vielen anderen Stellen kritisiert habe, Doro Baer, dass ich schon das Gefühl hatte, das Garten der Generation von Frauen, was bestimmt auch nachvollziehbar war, da war es schon so verrückt, als Frau überhaupt an den Posten zu sitzen.
00:14:56: Dass es so ein bisschen versteckt wurde.
00:14:58: Also man so das Gefühl hatte, man muss die Leute genau jetzt akzeptieren, die schon eine Frau in diesem Posten.
00:15:03: Und man sieht sich dauernde der Weiblichkeit noch konfrontieren.
00:15:06: Und das hat sich so die letzten fünf, sechs, sieben Jahre, würde ich sagen, verändert, dass es zunehmend Frauen aus verschiedenen Generationen gibt, die sagen... Ich halte mit meiner Weiblichkeit nicht hinterm Berg.
00:15:15: Das können die Leute ruhig sehen.
00:15:17: Muss auch nicht sein.
00:15:17: Es gibt ja
00:15:19: auch den Vorwurf oft, dass das eingesetzt wird.
00:15:21: Ich meine, guckt die italienischen Politikerin an oder auch bei Moderatoren in Italien.
00:15:26: Wenn du dann in Deutschland guckst, dann wird ja auch schon anders.
00:15:28: Aber gerade in Italien nehmen wir jetzt mal als Beispiel, da siehst du die Moderatoren, da siehst du die Sportjournalisten, die da stehen mit ihren Outfits und dann siehst du die Politikerin, denkst du, so obweller.
00:15:37: Wie Catwalk.
00:15:39: Oder hat man dann das Gefühl, in Deutschland wird nicht ernst genommen, wenn man da ein bisschen mehr ... Ach, es gibt
00:15:44: bestimmt die Tendenz, da es dann auch mal Leute sagen, nee, das ist doch so ein Püppchen oder natürlich... Das
00:15:48: meine ich ja eben.
00:15:50: Ist
00:15:50: die überhaupt intelligent genug?
00:15:51: Ist die nur da,
00:15:52: weil irgendein Mann sie gut findet, das kennt sie ja auch, dass er immer gesagt hat, ja, ja, die ist da nur, weil der und der sie hübsch findet, oder weil der und der ist ja attraktiv und bis hin zu irgendwelchen... Aber
00:16:00: das gibt es schon, oder?
00:16:01: Das ist der Sprücheabfall.
00:16:02: Klar, auf jeden Fall, bis hin zu irgendwelchen Geschichten, wer was mit wem gehabt hätte und nur das da im Posten hätte.
00:16:07: Aber da denke ich mir mittlerweile, du kannst es als Frau ja auch niemand recht machen.
00:16:11: Also, wenn du dich eher vielleicht... ein bisschen zurückhaltender, konsortiver Anziehst, dann bist du ein Mauerblümchen.
00:16:17: Wenn du dich eher weiblicher anziehst, dann nutzt du deine Weiblichkeit aus.
00:16:20: Wenn du eher knallige Farben anhast, dann bist du irgendwie aufmerksamkeitsgeil.
00:16:25: Wenn du das nicht hast, dann bist du irgendwie so ein altes Mütterchen.
00:16:28: Und das geht ja nicht nur bei den Outfits und das hängt ja auch bei anderen Sachen an.
00:16:31: Wenn du meinungsstark bist, dann bist du ein Zicke.
00:16:33: Wenn du zurückhaltend bist, dann bist du nicht durchsetzungsstark.
00:16:36: Wenn
00:16:36: du lustig
00:16:38: bist, dann kann man dich nicht ernst nehmen.
00:16:39: Aber wenn du keine Witze machst, dann regen sich die Leute drüber aus.
00:16:42: dass Frauen hier auch überhaupt gar kein Humor haben.
00:16:44: Wenn du eher ein lockerer Typ bist, dann bist du nicht ernst genug.
00:16:47: Wenn du eher ein ernster Typ bist, dann bist du zu unentspannt.
00:16:50: Und wenn du irgendwie mal eine starke Meinung verdritt, dann bist du in Zweifelsfall hysterisch, während der Mann eigentlich nur durchsetzungsstark oder überhaupt stark wäre.
00:16:57: Und da habe ich mir immer gedacht, wenn ich es irgendjemand recht machen kann, muss ich es auch gar nicht probieren.
00:17:05: Wie viele Frauen im Bundestag müssen sie denn zum Therapeuten?
00:17:07: Also,
00:17:08: ich glaube, es gibt einige, die das machen.
00:17:09: Es gibt vielleicht auch einen, die es machen sollten, obwohl das gilt auch für die Herren im Bundestag, würde ich sagen.
00:17:13: Ja, das wäre die nächste Frage gewesen.
00:17:14: Was sagt man denn über die Männer?
00:17:15: Weniger.
00:17:16: Also, es gibt auch das, na, Helmut Kohl hat immer dieses bürrende
00:17:19: Ding.
00:17:19: Den habe ich tatsächlich kennengelernt.
00:17:21: Ich
00:17:21: habe für
00:17:21: den damals, bin ich meine Bodenschau gelaufen, ja, in Österreich.
00:17:24: Ach,
00:17:24: spannend.
00:17:24: Und ich fand seinen Heldedruck sehr interessant.
00:17:28: Kennt du den?
00:17:28: Was hat er für einen gemacht?
00:17:30: Darf ich mal?
00:17:30: Ja, klar.
00:17:32: Ne, greif mal ein bisschen los.
00:17:33: Ja.
00:17:34: Echt?
00:17:34: Ja.
00:17:35: Es war ein feuchterschwitziger, leichter Händedruck.
00:17:38: Und eigentlich muss
00:17:39: man sagen, das ist so ein Signal von Stärke.
00:17:42: Ja, aber bei dem vielleicht hatte er auch Angst, gerade mit die Hand zu brechen.
00:17:44: Kann natürlich
00:17:45: auch sein, wenn er sozusagen so eine gewisse Größe... Ja, ich habe
00:17:47: auch noch Bilder mit ihm aus der Zeit.
00:17:49: Also er war wirklich... Und er war ja auch schlank, das war in den Achtzigern.
00:17:53: Und er hat immer... Mit dem Jenninger.
00:17:55: damals hat er immer die Majaku gemacht in Bad Gastein.
00:17:58: Und da waren wir dann gebucht, sollten eine Modenschau laufen.
00:18:02: Und war nett.
00:18:02: Er war sehr nett.
00:18:04: Und ja, die beiden waren da natürlich mit Bodyguard, allem Wasser, weil die haben da zusammen immer diese Majaku gemacht.
00:18:12: Die waren noch nicht alleine da, mehr sage ich nicht dazu.
00:18:15: Aber so klar war der nett.
00:18:17: Aber war schon, ich meine, in der Zeit, das war schon so eine Kante.
00:18:21: Das war schon so ein bisschen, so hat man jetzt nicht mehr so oft in der Politik.
00:18:25: Die sind alle immer eher so versteckt.
00:18:27: Das waren für mich noch so... Sagen wir mal so, es waren so andere Charaktere.
00:18:31: Ja, Charakter
00:18:31: hatte er auf jeden Fall.
00:18:32: So andere Typen halt.
00:18:34: Ich finde, jetzt ist man so ein bisschen einheitlich geworden.
00:18:37: Früher haben sich die Typen, glaube ich, ein bisschen
00:18:39: mehr ein
00:18:40: Strauß.
00:18:40: Die haben sich mehr so abgehoben, ne?
00:18:42: Ja, ich glaube auch, dass die Politik vorsichtiger geworden ist und ich halte es auch so ein Problem.
00:18:46: Also ich habe das Gefühl, dass wir alle manchmal so ein bisschen wie die Kaninchen vor oder so ein Kaninchen vor der Schlange vom Bürger stehen.
00:18:53: Also man überlegt, oh, was will der?
00:18:55: Was könnte dem missfallen?
00:18:57: Wo könnte ich... jemand auf die Füße dreht, wo könnte ich irgendwie ein Problem herbeiführen.
00:19:01: Und das geht ja soweit, jetzt sind dann immer diese Umfragen, wir haben mittlerweile fünfzehn Umfragen die Woche, was ich komplett gaga halte, auch ein Problem in der Demokratie.
00:19:07: Aber es sind immer sozusagen die Grünen gehen ein halbes Prozent hoch, die SPD geht ein halbes Prozent
00:19:10: runter.
00:19:11: Das ist ja totaler Druck,
00:19:12: ne?
00:19:12: Genau, und dann sitzt man aber so ein bisschen davor und ist so, oh, wir müssen die Leute sehen es ein bisschen so, die Leute sehen es ein bisschen so.
00:19:17: Und wenn jetzt die Leute ein bisschen mehr sagen, wir finden das Klimageld doof, dann sagen wir auch, finden es doof oder finden es gut, finden es auch gut.
00:19:24: Aber das merken die Leute ja.
00:19:26: Die Leute merken ja, ob du oder ob du was sagst, weil du denkst, dass sie es hören wollen.
00:19:31: Und wenn Fried Kretschmann, der von Grüner Minister, der einzige Grüner Ministerpräsident, der weiß, er hatten, der hat mal ganz am Anfang, wo ich Parteiforsitzende wurde, zu mir gesagt, die Leute sind meistens viel weniger informiert über Politik als wir denken.
00:19:43: Aber sie spüren viel mehr, sie wissen viel mehr.
00:19:45: Die haben ein Gespür dafür, ob du authentisch bist, ob du echt bist.
00:19:49: Und das war ja auch für mich so ein bisschen, wo du auch gesagt hast, du hast eine Veränderung wahrgenommen in den letzten eineinhalb Jahren.
00:19:53: Das war auch für mich dieses, dass ich ein bisschen weniger darauf gebe.
00:19:56: Was andere sagen.
00:19:56: Was
00:19:56: andere sagen, sondern mehr.
00:19:58: Ich selbst bin.
00:19:58: Und das Spannende ist, die Rückmeldung war nicht, dass andere ziemlich doof erfinden, sondern eher, dass Leute sagen, das finde ich gut.
00:20:03: Weil die
00:20:03: sagt man auch,
00:20:04: was ich inhaltlich nicht teile.
00:20:06: Aber die hat ein Charakter, die sagt, was sie denkt.
00:20:08: Und ich glaube, das sollten wir als Politiker viel mehr aus dieser
00:20:10: Vorsichtskullabe wieder raus.
00:20:12: immer ein Problem, weil irgendwann ist mal gar kein Wind und dann musst du dich positionieren.
00:20:17: Und wenn du dann dich nicht positionieren kannst, dann merken ja die Leute mal gestern so, heute so, was ist da los?
00:20:24: Die spüren das ja.
00:20:24: Das
00:20:25: merkt man ja auch, dass die Menschen immer wieder sagen, ich fühle mich verarscht.
00:20:30: Was ist nun wirklich?
00:20:31: Sache, die reden heute so, morgen so, dann ist das wieder im Trend, dann muss das wieder gesagt werden.
00:20:36: Wie hast du dich denn aus so einer Situation rausgezogen?
00:20:39: Hast du irgendwann gemerkt, es wird mir zu viel?
00:20:40: Ich muss jetzt irgendwas an mir erinnern.
00:20:43: Bist du in so ein Loch gefallen?
00:20:44: Weil ich kann mir schon vorstellen.
00:20:45: Ich meine, du bist ja vierundzwanzig Stunden im Einsatz.
00:20:48: Total,
00:20:48: total.
00:20:49: Und eigentlich vierunddreißig Stunden, weil dein Kopfratt hat ja permanent.
00:20:52: Genau, drei
00:20:53: Brot-Sasse gleichzeitig.
00:20:54: Wie kommst du damit klar?
00:20:56: Bei mir war es wirklich dieser Rücktritt.
00:20:57: Ich bin ja immer Herbst, zwanzig, zwanzig zurückgetreten, nachdem wir aus zwei Landtagen rausgefallen sind.
00:21:03: Und ich glaube, das war so ein bisschen so eine... So eine Handbremse, die man gezogen hat, oder vielleicht sogar eine Vollbremse, kann man sagen, in dem Moment.
00:21:09: Und ja auch ein Gezwungener, nicht im Sinne von Gezwungener Rücktritt.
00:21:12: Ich hab mich damals selbst entschieden, aber natürlich so ein Gezwunges innehalten.
00:21:15: Ebenso davon, da stellst du erst mal ein ganzes Leben auf dem Prüfstand und dann eine ganze politische Arbeit.
00:21:19: Und am Ende... war das aber total gut für mich.
00:21:22: Also diesen Moment zu haben, wo ich noch mal gefragt habe, warum habe ich eigentlich damals angefangen, Politik zu machen?
00:21:27: Wäre ich den Ansprüchen, die ich an mich selbst habe gerecht?
00:21:30: Habe ich auch angefangen, ein Spiel zu spielen mit Spielregeln, die eigentlich darauf ausgelegt sind, dass ich nur verlieren kann?
00:21:37: Und das war für mich im Endeffekt eine totale Rettung, dass ich da so gemerkt habe, ich habe so viel Zeit damit verbracht, zeigen zu wollen, wer ich nicht bin.
00:21:45: Und ihm ist alles jedem recht zu machen.
00:21:46: Dass
00:21:47: du müssen verloren gehen, wer man eigentlich ist und sie jedem recht zu machen.
00:21:49: will ich es auch mir selbst, nicht im Sinne, dass ich nur noch auf mich selbst schon nicht in so einem Ego ist, sondern im Sinne, dass mein Anspruch, warum ich Politik mache, warum ich in die Politik gegangen
00:21:57: bin.
00:21:57: Verliert man das so ein bisschen aus den Augen, wenn du in so einem Sog drehen musst, du musst, du musst.
00:22:02: Passiert schon schnell.
00:22:03: War das für dich auch so, dass das Gefühl, du bist gescheitert?
00:22:05: Ja.
00:22:06: schon und ich würde auch sagen, war gar nicht nur ein Gefühl, sondern erst mal, ich bin angebreht und als Parteiforsitzende wollte die Partei erfolgreicher machen und wir haben viele Wahlen verloren, finde ich es auch okay zu sagen, ich bin gescheitert.
00:22:16: Das ist für mich gar nicht so, wo man so drum herum reden muss, auch weil ich finde, dass wir in Deutschland oft scheitern, als sowas ganz Schlimmes und sowas Entgültiges.
00:22:23: Ich finde, man kann noch mal sagen, ich bin gescheitert, aber ich kann danach wieder ausstehen.
00:22:26: Ich bin gescheitert, aber ich kann wir von vorne an sagen, ich mache jetzt den Schritt raus, ich stelle mich da mal daneben und gucke so ein bisschen auch von außen drauf.
00:22:33: Das war so eine Befreiung für mich.
00:22:46: Du hast ja auch schon Kommentare in deinem Leben abgekriegt.
00:22:49: Ja.
00:22:49: Das ist ja auch.
00:22:50: Also, wer hat die nicht abgekommen, wenn man in der Öffentlichkeit steht?
00:22:52: Ja.
00:22:53: Und so.
00:22:53: Aber ich finde, das ist auch bei dir besser geworden.
00:22:56: Viel
00:22:56: besser.
00:22:57: Das ist wirklich krass.
00:22:58: Hast du denn ein Team, die dich da beraten haben?
00:23:00: Oder hat sich bei dir ein Schalter umgelegt, wo du dann auch gesagt hast, ey.
00:23:03: Jetzt muss ich was ändern.
00:23:04: Jetzt bitte ich denen die Stören, sagen wir mal so.
00:23:09: Das war am Anfang gar keine bewusste Strategie.
00:23:11: Also klar, ich bin Prof.
00:23:13: Politikerin natürlich.
00:23:14: Irgendwann überlegt man auch, wie gehe ich damit um?
00:23:16: und auch cool, dass mir Leute neu zuhören und wie will ich das auch politisch darüber bringen.
00:23:22: Aber am Anfang war das echt eher so ein bisschen ... Kurzschlussreaktion fast.
00:23:26: Es gab so einen Moment.
00:23:27: So
00:23:27: ein bisschen rebellierend.
00:23:28: Ja,
00:23:28: tatsächlich.
00:23:30: Ich war lange Zeit immer so geprägt von, es gab diesen Spruch mal von Michelle Obama, die in einem Wahlkampf gesagt hat, when they go low, we go high.
00:23:38: Also wenn die im Dreck wühlen, dann stehen wir da drüber.
00:23:42: Und ich war lange Zeit davon geprägt.
00:23:43: Das heißt, wenn ich bestimmt wurde im Netz oder auch wenn über die Grünen und die Grünen und die Grünen und die Grünen und da haben wir auch manche eigenen Fehler gemacht, aber natürlich wir hatten auch manche ganz nett.
00:23:52: nicht mehr über eine Probleme reden zu müssen, weil man konnte ja immer sagen, die Grünen.
00:23:55: Dann habe ich immer gesagt, nein, darauf gehe ich nicht ein, da stehe ich drüber.
00:23:59: Und immer habe ich gemerkt, naja, das führt zum Business, suche rechte Wange, linke Wange.
00:24:02: Wenn ich eins auf die rechte Wange bekomme, dann halte ich auch noch ganz brav die Linke hin.
00:24:06: Und dann gab es so einen Moment, das war die Landtagswahlen in Sachsen und in Türingen.
00:24:12: An einem Tag in Türingen sind wir rausgefallen, in Sachsen nur knapp über fünf Prozent.
00:24:16: Und ich hab da ein Bier getrunken und werden es auf mein Handy geschaut.
00:24:19: War leider Alkohol, freies Bier, Freiberger.
00:24:22: Aber hätte ich gerne Alkohol, als wir Alkohol hatten im Abend.
00:24:24: Ich hatte noch Interviews.
00:24:25: Und dann gab es so ganz viele, die dieses Bild auf den sozialen Medien verbreitet haben, gesagt haben, hä hä hä hä hä, wie scheiße, sieht sehr aus, dringt da ihr Bier und so.
00:24:34: Und ich dachte, wie dumm ist das denn?
00:24:35: Ich kann
00:24:36: mich sogar an dieses Foto noch erinnern.
00:24:37: Das hast
00:24:37: du schon mal gesehen, ne?
00:24:38: Ich
00:24:38: kann mich tatsächlich dran erinnern, das war ja überall, ne?
00:24:40: Genau.
00:24:41: Und dann hab ich mir gedacht, ich dreh diesen Spiel einfach mal um und hab das selbst als Minen gepostet.
00:24:45: Und hab da irgendwie drüber geschrieben, wenn es zehn
00:24:47: Uhr war.
00:24:47: Aber sagen wir ehrlich, das macht doch richtig Spaß, oder?
00:24:49: Total.
00:24:49: Die Leute mit ihren eigenen Waffenschlagen, das mach ich ja
00:24:52: auch.
00:24:52: Auf jeden Fall.
00:24:53: Das macht doch irgendwann richtig Spaß.
00:24:54: Leute an die kritisieren, das, was Leute worüber Leute sich lustig machen.
00:24:57: Und ich meine kritisieren nicht im Sinne von einer sinnvollen Kritik.
00:25:00: Es gibt viel
00:25:00: Kritik an mir, die
00:25:01: man sich auch mal zu
00:25:04: herzen und im Sinne, weil es wirklich eine inhaltliche Rückmeldung ist.
00:25:07: Aber wenn da immer diese gleichen Bullshit-Sprüche kommen, dann das mal umzudrehen, den Leuten den Spiegel vorzuhalten.
00:25:12: Und ich habe da eine... Dann sind
00:25:13: die auch erst mal sprachlos.
00:25:15: Beste Waffe.
00:25:16: Aber du hast nicht
00:25:17: linke Wange, und linke Wange ist hier, linke Wange, rechte Wange, aber auch nicht die Opferrolle.
00:25:21: Weil darauf hatte ich halt auch keinen Bock, mich immer hinzustellen, zu sagen, das ist so schlimm, das ist so gemein.
00:25:25: Weißt du was ich auch noch am schlimmsten finde?
00:25:27: Dann, wenn die Leute schreiben, ignorierst du auch einfach.
00:25:30: Nein.
00:25:31: Da mache ich mich zum Opfer, wenn ich mir alles bieten lasse.
00:25:34: Also bei mir, ich habe wirklich wenig dumme Kommentare, aggressive Kommentare, weil ihr auch wissen, Moment, jetzt bin ich da mal da, da kommt vielleicht was.
00:25:42: Ich gebe auch eine Chance, Wenn ich dann irgendwie mal zurückschieße mit einem Satz oder so, manchmal denke ich mir dann, okay, dann wär zu scharf.
00:25:50: Ich überlege noch mal, ich trinke mal einen Kaffee und dann kann ich ja immer noch kommentieren.
00:25:53: Gibt
00:25:53: auch mal Menschen, die ihre Meinung ändern.
00:25:55: Ich hatte jetzt auch hin und wieder
00:25:56: mal... Wollte ich gerade sagen.
00:25:57: Und dann die Überraschung, Entschuldigung oder die schickende Nachricht.
00:26:00: Es tut mir wirklich leid.
00:26:01: Ich wusste jetzt nicht, dass ich dich damit verletzt habe oder so.
00:26:03: Ich dachte... Und ich hab da, wenn ich die Kommentare sehe, oft ein fotografisches Gedächtnis.
00:26:07: Ich erkenne oft so dieses, oh, wenn's ein Mini-Bild ist, egal, mich meine, manche haben das auch
00:26:12: gekratzt.
00:26:13: Oder von dem Satz, denke ich mal, das hab ich doch schon mal irgendwie gesehen.
00:26:16: So manche provozieren ja gerne über lederen Zeitraum.
00:26:18: Und bei mir ist da wirklich relativ ruhig.
00:26:20: Aber du kriegst es mit Humor hin und dieses Ignorieren ist genau wie das Gleiche, wie linke Wangerrechte Wangerinheiten.
00:26:27: Komplett.
00:26:27: Und es kommt auch häufig, ich würde sagen, von Leuten, die diese Erfahrung noch nie gemacht haben, da vielleicht irgendwie so dazustehen.
00:26:33: Das ist ja auch Leute lesen, auch diese Kommentarspalten.
00:26:35: Also das ist ja nicht nur ich die Lesel, sondern
00:26:37: auch
00:26:38: andere Leute.
00:26:39: Und die suchen sich was raus, die nehmen sich einen schlechten Kommentar
00:26:42: raus und schreiben dann um die drittende Debatte oder Riccada lang.
00:26:46: Das ist ja sowieso das gleiche.
00:26:48: Da hast du dreitausend super Kommentare und einer ein schlechter und der wird eine schlechte.
00:26:52: und dann denken wir so, hey, wollt ihr mich verarschen?
00:26:54: Komplett
00:26:54: auf jeden Fall.
00:26:55: Und du hast ja aber zum Beispiel auch junge Frauen, jetzt legen jetzt vielleicht bei dir irgendwie Leute, die überlegen, kann ich mir vorstellen, auch mal was in der Öffentlichkeit im Show bis zu machen.
00:27:02: Leute, die überlegen, kann ich mir vorstellen, für den kommunalen Parlament zu kandidieren, Politik zu machen.
00:27:06: Und da will ich auch nicht, dass die den ganzen Scheiß lesen.
00:27:08: Ich will, dass die sagen am Zweifelsfall, oh, das will die hier antun.
00:27:11: Die gucken
00:27:12: ja gar nicht durch.
00:27:13: Manchmal rutschen die ja nach oben, dann denkst du, guckt doch mal
00:27:15: nach unten.
00:27:16: Und da will ich, wenn die so ein Scheiß lesen, dann sollen die bitte auch lesen, wie ich drauf reagieren, dann soll ich sagen, ah, man muss sich von denen gar nicht munthot machen.
00:27:22: Richtig.
00:27:22: Man kann da auch mal zurückschlagen und für den schönsten verlachen sie sogar noch drüber.
00:27:26: Ja, aber so wäre es eigentlich richtig.
00:27:29: Ich finde auch, ich reagiere nicht auf alles, weil dann habe ich gar nicht die Zeit.
00:27:31: Aber hin und wieder mal mit Tumor.
00:27:33: Und Tumor gibt dir auch eine totale Souveränität.
00:27:36: Ohne
00:27:36: Energie gibt's dir.
00:27:37: Ja,
00:27:37: total.
00:27:38: Und ich finde grad
00:27:41: auch... Es gibt mir innerlich eine Leichtigkeit, drüber zu stehen und das mit einem Witz wegzutun und zu sagen... Ey, wenn ich jetzt nicht bin, dann schreibe das in einem anderen.
00:27:49: Total, total.
00:27:50: Und es hat auch nicht nur was mit der Öffentlichkeit zu tun.
00:27:51: Frau Meier von jedem an, die kriegt, wenn ihr da ein tolles Kleid habt, die kriegt auch eingeschäppert.
00:27:55: Ja, total.
00:27:56: Und ich finde es grad auch als Frau spannend, weil es Frauen oft nicht zugetraut wird.
00:28:00: Und wenn du dann auch als junge Frau mit Humor auf was reagierst, dann ist das gegenüber oft so ganz entwaffnet.
00:28:05: Dann sind die so unerwartet.
00:28:07: Weil die erwarten, dass du sagst, nein, das geht alles nicht.
00:28:11: Die erwarten,
00:28:12: dass du sie blockierst.
00:28:13: Oder dass du sie
00:28:14: blockierst.
00:28:14: Warum hast du sie nicht blockiert?
00:28:15: Warum soll ich?
00:28:16: Sonst sind die ganz oft ja auch manchmal gar nicht nur in sozialen Medien, sondern ich habe auch schon mal mal die Erfahrung auch gerne mal ein bisschen mit älteren Herren zum politischen Betrieb gemacht, die dann die Welt erklären.
00:28:24: Und wenn ich dann nicht sage, oh, das ist total schlimm, dass du mir gerade die Welt erklärt hast, sondern wenn ich dann einmal mal sage, ich habe zum Beispiel mal, na, wenn mich jemand unterbricht, dass ich dann nicht sage, dass das gar nicht schlimm ist, sondern einfach so, wir kommen mal im Satz.
00:28:34: Oder
00:28:34: ich muss die ganze Zeit einen Korreferat machen.
00:28:36: Und dann sind
00:28:39: die immer
00:28:40: so... Wenn
00:28:41: du in dem richtigen Moment den richtigen Kommentar reinhaust, wo die Männchen auf den Kasten.
00:28:46: Aber ich
00:28:47: kenne nicht immer eine oberflächliche Frage.
00:28:48: Du hast dich ja nun auch äußerlich verändert.
00:28:50: Ist ja eigentlich nicht der Redewert.
00:28:51: Aber hast du da ein anderes gegenüber, also sind die Leute anders plötzlich begegnet?
00:28:57: Haben die dich anders betrachtet?
00:28:59: Total, auf jeden Fall.
00:29:02: da wo in den Kreisen wo du nicht bewegst, Politik oder auch, sagen wir mal, ja, soziale Netzwerke oder Fernseh, bist du öfters eingeladen worden, plötzlich ein Talkschuss?
00:29:10: Oder was hat sich da irgendwas getan, was ja eigentlich traurig ist?
00:29:13: Also auf der einen Seite ist es ein bisschen schwer für mich zu sagen, weil halt ganz viele Sachen zusammengefallen sind.
00:29:17: Der Rücktritt, dann ja auch so eine... Art anders zu reden, mehr Humor zu zeigen, mehr von meiner Persönlichkeit zu zeigen, schlagfertiger zu sein, ehrlicher zu sein.
00:29:27: Das ist ja sehr mit dieser Zeit des Abnehmens zusammengefallen.
00:29:29: Deshalb kann ich auch immer gar nicht genau sagen, was geht jetzt darauf zurück und was geht auf das andere
00:29:33: zurück.
00:29:33: Na ja, war so ein schleichner Protester.
00:29:35: Ich glaube, viele Leute können das in der Wahrnehmung auch gar nicht sagen.
00:29:37: Ich glaube, es geht ein bisschen vielen, wie du's wochern gesagt hast, auch die ist irgendwie grad anders, aber die könnten jetzt gar nicht sagen, ist das das Gewicht oder ist das das?
00:29:44: So ein bisschen schwer zu sagen.
00:29:45: Aber ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass Leute, freundlicher sind.
00:29:50: Auch zum Beispiel, wenn man in den öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs ist, ich fahre mal S-Bahn morgens.
00:29:55: Und da kennt man ja auch nicht alle, manche erkennen aber viele ja auch nicht.
00:29:59: Und da, dass Leute einmal eher anlächeln, dass Leute mal eher den Platz neben sich frei machen, dass Leute auch weniger einem so direkt Ding unterstellen.
00:30:07: Ich erkenne es zum Beispiel, dass dicken Leuten immer ganz schnell unterstellen wird, dass sie faul sind.
00:30:10: Und die Leute wissen aber gar nicht, die wissen nicht, wie viel diese Menschen arbeiten, die wissen nicht, was die für eine Lebensgeschichte haben, die wissen nicht, was die die vielleicht auch für
00:30:19: eine
00:30:20: Krankheiten und so was mitbringen, weiß man alles gar nicht, aber es wird erst mal Pauschale gestellt,
00:30:23: vielleicht ist es bestimmte
00:30:24: Faule, dann machen wir noch mit sehr unschönen Wörtern danach.
00:30:28: Und das ist was, was mich echt stört.
00:30:29: Ich bin sehr froh, dass ich diese Entwicklung für mich durchgemacht habe, ich bin da auch stolz drauf.
00:30:33: Aber zum einen... Macht
00:30:35: sich auch traurig, oder?
00:30:36: Ja,
00:30:36: finde ich es echt schade, also einmal für mein eigenes Selbst und aber auch für viele Menschen, die es in dieser Welt halt gibt, die ein bisschen dicker sind, dass sie diese negativen Erfahrungen machen, dass so von außen über die geurteilt wird.
00:30:48: Ich finde halt, man kann gern darüber reden auch, was das Thema Gesundheit angeht.
00:30:53: Wie kriegt man es hin, dass Kids einen Bezug zu gesunden Ernährung und Sport bekommen?
00:30:57: Klar, da fällt das ja schon
00:30:58: mal an.
00:30:58: Das ist ja super, darüber zu reden.
00:31:00: Aber... Ich habe keinen Recht, über den Körper von einer anderen Frau zu urteilen.
00:31:05: Der Körper von einer anderen Person oder auch von einem Mann.
00:31:07: Das ist also eben auch nicht nur klar.
00:31:08: Bei jungen Männern ist auch dieses Daher auch das Fitness ideal total groß.
00:31:13: Das ist nicht mal eine Verhandlungsmasse.
00:31:14: Das ist nicht öffentliches Verhandlungsgut.
00:31:16: der Körper von jemand anderem.
00:31:18: Und ja auch diese Vorstellungen, dann sagen ja manche immer, ich mache es ja für die Gesundheit.
00:31:21: Um der Person zu helfen, gesund zu sein.
00:31:23: Bullshit.
00:31:24: Also niemand... wird doch gesünder dadurch so einen ganzen gegenteil, dass für Ursacht auch nur Unsicherheit.
00:31:29: Bei mir hatte das total den Gegenteil in den Effekt, dass so viel über meinen Körper geriert wurde, es hat mich ganz lange davon abgehalten, mich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen, mich mit dem Thema Sport zu beschäftigen, weil ich so sehr dieses Ding hatte von... Ich will das ganze Thema
00:31:44: verwechseln.
00:31:45: Ich will da gar nicht drüber nachdenken.
00:31:46: Oder auch die Überwindung, das erste Mal ins Gym zu gehen.
00:31:49: Weil ich dachte, die werden mich alle anstarren, die werden mich alle auslachen.
00:31:51: Aber überhaupt nicht so.
00:31:52: Jeder hat das ein Ding gemacht.
00:31:53: Ja, weil die sind ja so.
00:31:54: Die sind ja komplett fokussiert.
00:31:55: Genau.
00:31:56: Jeder
00:31:56: hat das.
00:31:57: Die Leute sind irgendwie damit beschäftigt, ob sie hier ein Lattzukinn bekommen.
00:31:59: Oder irgendwie, wer ist ein Klimtzukinn bekommen.
00:32:01: Aber das war total in meinem Kopf.
00:32:02: Und das würde ich auch sagen, wenn wir mal weniger... ...über den Körper zu anderen Leuten urteilen würden, das würde es sogar dazu führen, dass mehr Leute sich... Das ist gesünder mit ihrem eigenen Körper.
00:32:13: Das ist doch immer so, wenn du die ganze Zeit sagst, du darfst nicht, du darfst nicht.
00:32:16: Das ist doch wie früher, wenn die Eltern gesagt haben, das darfst du nicht und das darfst du nicht.
00:32:20: Und dann stand es in der Ecke so, jetzt ist das recht.
00:32:22: Total, total.
00:32:35: Aber wie ist das jetzt so?
00:32:36: Du bist ja jetzt, sagen wir mal, mit Petitionen.
00:32:38: Du bist ja ein Petitionsausschuss, was ich ja super spannend finde.
00:32:42: Ich habe ja im Jahr, zwanzig, was glaube ich, auch eine Petition.
00:32:46: gestartet, Kindesmissbrauch, was geändert werden muss und so weiter.
00:32:49: Ich habe es dann auch damals versucht, Frau Lambrechne, dass man da vielleicht mal übergeben kann.
00:32:52: Ich habe über eine halbe Million Stimmen sozusagen gesammelt, Unterschriften und wurde.
00:33:01: Ja, das war gar nicht interessant.
00:33:03: Dann habe ich mal so eine andere Petition, Sexualisierung am Arbeitsplatz oder so.
00:33:06: Da waren dann mal so fünfzigtausend Unterschriften.
00:33:08: Das wurde dann mal gerne entgegengenommen.
00:33:11: Was mich, natürlich die Petition gibt es ja noch, sind fünfzehnmal fünfzehntausend Unterschriften drauf.
00:33:16: Und natürlich muss man jetzt wieder ein bisschen aktualisieren.
00:33:19: Aber das sind so Sachen für mich.
00:33:21: Bist du, hast du das selber ausgesucht, da reinzurutschen oder oder in diesen Petitionsausschuss war das für dich so ein Ziel, wo du dachtest, das ist für dich
00:33:27: spannend.
00:33:28: Ja.
00:33:29: Und.
00:33:31: Wie sucht ihr aus?
00:33:32: Oder nach was geht ihr da?
00:33:34: Wo du sagst, das hat Priorität, da muss unbedingt was passieren.
00:33:37: Sind das aktuelle Geschehnisse dann auch?
00:33:40: Weil das ist ja schon ein ganz interessantes Wasser.
00:33:43: Ich weiß es von mir, ich war total enttäuscht.
00:33:45: Ich habe mit Franziska Giffey dann mal telefoniert, ja gucken wir, aber dann war die aber an anderer Posten irgendwann.
00:33:49: Und das nie was passierte.
00:33:50: und dann denke ich mir immer schade.
00:33:51: Man will ja so eine gewisse Aufmerksamkeit bekommen.
00:33:53: Wo sind die Kriterien, wo du sagst, danach guckt man.
00:33:58: Wie funktioniert das Ganze?
00:34:00: Ich wollte da unbedingt rein, weil ich lang immer überlegt hab, wir sagen ja manchmal als Politiker so floskeln, die Politik muss alltags näher werden, näher zu den Leuten.
00:34:09: Aber was heißt das denn genau?
00:34:11: Und dann gab es für mich so einen Anlass, der mich da noch mal total überzeugt hat.
00:34:15: Das war eine Petition zum Thema Mutterschutz nach Viergeboten.
00:34:18: Das ist gestartet damals von einer Frau, die selbst eine Viergebot hatte, danach keine Mutterschutz hatte, die eine Petition gestartet hat zu diesem Thema.
00:34:25: Das ist durch den Petitionsausschuss, hat Aufmerksamkeit bekommen, wurde es an das Ministerium weitergegeben.
00:34:30: ist ein Gesetz geworden.
00:34:31: Das ist ja wirklich eine gute Sache.
00:34:33: Total.
00:34:33: Das muss ich ja sagen.
00:34:34: Das sind ganz oft die Themen, die... spielen halt nicht die Rolle auf der großen politischen Bühne im Synodarfen.
00:34:39: Das ist jede Woche ein Talkshow.
00:34:40: Also du
00:34:40: bist richtig dran jetzt.
00:34:43: Genau,
00:34:43: und du kriegst die aber mit.
00:34:44: Und dann gibt es so ein bisschen zwei Arten von Petitionen, wo nachher noch ausgewählt wird.
00:34:47: Es gibt die öffentlichen und es gibt die nicht öffentlichen.
00:34:50: Und die nicht öffentlichen, das sind ganz oft eher, würde ich sagen, so wirklich Einzelfälle.
00:34:54: Also wo jemand schreibt, ey, ich habe ein behindertes Kind und wir haben die Einstufung und das Geld bekommen wir, aber das ist nicht anwendbar auf diesen Therapeuten.
00:35:06: können wir den nicht bezahlen und so.
00:35:07: Und dazu suche ich dann meistens danach aus, wo ist wirklich eine Gesetzeslücke, also wo?
00:35:13: es gibt manche Einzelfälle, denen können wir nicht gerecht werden.
00:35:17: Das ist dann auch schlimmer zu akzeptieren, aber es gibt manche Fälle, wo man sagt, es kann nicht jeder Einzelfall perfekt behandelt werden.
00:35:23: Aber es gibt auch mal Fälle, wo man sagt, nee, das ist doch eigentlich falsch, das kann nicht sein.
00:35:27: Und wo auch manchmal man merkt, Der Fall wurde gar nicht bedacht, als das Gesetz geschrieben wurde.
00:35:31: Das rutscht so durch.
00:35:33: Oder vielleicht zu viel Zeit ins Land gegangen wird, weil er hat sich vielleicht auch was geändert.
00:35:36: Genau, die Welt hat sich
00:35:37: verändert und so.
00:35:37: Und das ist dann oft die, wo ich sage, hey, da nehme ich mal Kontakt auf, da gucke ich, dass das als Ministerium weitergegeben wird, sondern mit Empfehlung ausgesprochen.
00:35:44: Also Pro-Petition, die geht an zwei Berichterstatter.
00:35:48: Einer ist der Opposition, das sind dann zum Beispiel die Grünen oder die Linken oder die AfD jetzt.
00:35:51: Und einer von der Regierung, also gerade CDU und SPD.
00:35:55: Und die geben dann jeweils ein Votum ab.
00:35:56: Und am Ende wird dann über das Votum abgestimmt.
00:35:58: Petitionsausschuss.
00:36:00: Oft ist es so, dass von der Regierung durchgeht, weil die sich darauf geeinigt haben.
00:36:03: Gibt aber auch mal Fälle, wo man wirklich Leute überzeugen kann.
00:36:05: Und wenn man sagen kann, schaut doch da noch mal hin oder sagt, ich hab da persönliche Erfahrungen, weil ich in Selbstmahnfall im Bekanntenkreis, im Freundeskreis, das ist wirklich ein Lücke.
00:36:14: Das heißt, bei diesen persönlichen Petitionen schauen wir echt oft darauf, wo sagt man wirklich, da gibt es so ein Ungerechtigkeitsgefühl.
00:36:20: Gerade wenn es vielleicht doch im Gesundheit gibt und wenn die Zeit aufbrennt.
00:36:23: Viele aus dem
00:36:23: Bereich Pflege, viele aus diesem Bereich Menschen mit Behinderung, viele aus dem Bereich Gesundheit.
00:36:28: Und dann gibt es die öffentlichen.
00:36:29: Das ist wahrscheinlich eher so eine, wie du, dass man sagt,
00:36:31: wir
00:36:31: wollen auch die Öffentlichkeit.
00:36:32: Unterschriften, das wurde gepostet, viele haben es geteilt und dann kamen die ganzen Unterschriften auch zustande.
00:36:36: Aber letztlich, aber eigentlich tut sich ja gar nix.
00:36:39: Also man gibt sich Mühe und sammelt und sammelt und tut sich nix.
00:36:42: Das
00:36:42: ist total frustrierend.
00:36:44: Und das ist auch mal Ansprüche zu sagen, ich werde nicht jede gerecht werden, dass man zum Beispiel eine öffentliche Anhörung macht, wo man sich mal wirklich anschaut.
00:36:50: Was sind eigentlich die Themen, dass man dann auch die Ministerie unter Druck hat?
00:36:52: Wenn jetzt einer dir eine Petition schickt und du guckst dir das an, wo muss man sagen... Das geht oft ein bisschen schneller oder das dauert.
00:36:58: Wie ist denn da so dieser Zeitraum?
00:37:00: Also
00:37:00: der ganze Prozess schon oft im Jahr wirklich von.
00:37:02: die Person stellt die Petition beim Bundestag.
00:37:05: Weil die einfach gar nicht an mich geht, sondern die geht erst mal zum Petitionsausschuss sozusagen.
00:37:10: Das Ganze haben Sekretariate.
00:37:11: Da gehen alle Petitionen, die an den Bundestag gehen.
00:37:14: Machen die eine Vorauswahl oder ist das so?
00:37:16: Ich meine, da kommen ja zig Petitionen vom Bundliche Intergräne.
00:37:19: Die
00:37:19: machen eine Vorauswahl danach, dass sie sagen, der Bundestag ist überhaupt zuständig.
00:37:22: Also es gibt zum Beispiel auch Themen, wo man sagt, das sind Dinge, die sind andere.
00:37:26: Blender zuständig, als wenn man sagt, ich wohne in Taiwan und irgendwie da ist der Gesetzgeber.
00:37:33: Wäre für mich jetzt logisch eigentlich, aber für viele andere vielleicht nicht.
00:37:36: Gibt es mal mal
00:37:36: überraschende Fälle?
00:37:38: Oder
00:37:38: wo du sagst, das ist gar keine Gesetzgeberische.
00:37:40: Also keine Ahnung, ich meine, sagt meine Frau, das klingt jetzt dumm, aber gibt es wirklich Fälle, sozusagen, meine Frau hat mich verlassen.
00:37:46: Ja, das kann jetzt nicht gesetzgeberisch geklärt werden.
00:37:49: Gibt schon mal ein bisschen überraschende Sachen, die eingereicht werden.
00:37:52: Oder z.B.
00:37:52: die Ländersen zuständig.
00:37:53: Aber weißt du was?
00:37:54: Eigentlich müsstest du die mal sammeln und anonym veröffentlichen.
00:37:56: Das wäre doch mal lustig, glaube ich,
00:37:57: oder?
00:37:57: Da müssen wir mal an dieses Ausschuss sekretarieren.
00:37:59: Da gibt es auf jeden Fall, glaube ich, einen Gepären, die da dabei sind.
00:38:02: So eine Vorauswahl machen die dann bei allen, wo ich sagen muss, das kommt sich der Bundestag zuständig, oder die Bundesebene.
00:38:07: Die gehen dann einmal an die Ministerien, die zuständig sind.
00:38:09: Also zum Beispiel, ich hab gesagt, diese Bundesstraße soll nicht weiter ausgebaut werden oder soll schneller ausgebaut werden, gehen ins Verkehrs... Das Verkehrsministerium gibt eine erste Einschätzung ab.
00:38:19: Dann geht es davon an die Berichterstatter, als sie jeweils an zwei Fraktionen... Ja,
00:38:24: muss halt gesucht werden, wohin, ne?
00:38:26: Genau,
00:38:26: und dann bearbeite ich das und hol mir da auch oft nochmal Fachwissen ein, weil ich bin ja nicht in jedem Thema Expertin.
00:38:33: Aber rechtlich
00:38:33: kennst du dich ja auch so aus einem Bachelor, ja?
00:38:35: Hast du ja
00:38:36: gemacht, ne?
00:38:36: Ja, aber ein Bachelor auf Law heißt ja nicht, dass ich jetzt das
00:38:38: Straßenverkehrsrecht
00:38:40: in Mecklenburg-Vorpommern...
00:38:41: Aber mit einigen rechtlichen Dingen kennst du dich ja auf jeden Fall schon mal sehr gut aus,
00:38:44: ne?
00:38:45: Das ist aber etwas, das hilft.
00:38:46: Das
00:38:46: ist eine eigene Sprache.
00:38:48: Genau, die Interpretation.
00:38:49: Wie wird das ausgelegt?
00:38:50: Ist es eine historische Auslegung, eine Auslegung?
00:38:53: Das hilft auf jeden Fall total.
00:38:54: Dafür ist dieses Studium sehr, sehr sinnvoll.
00:38:56: Auch schon der Bachelor.
00:38:57: Schalzingsheim ist natürlich noch mal eine Stufe weiter.
00:38:59: Ja, natürlich.
00:38:59: Man hat es gerade beim Master an Fernuni, an die Fernuni Hagen noch einmal, berufsbegleitend.
00:39:04: Und dann gebe ich dieses Votum ab.
00:39:06: Und ein paar Wochen später geht es in den Petitionsausschuss.
00:39:08: Da wird abgestimmt.
00:39:09: Und dann geht es, wenn wir jetzt an den Ministerium geben, zurück an die Ministerien.
00:39:14: Erfährst du dann
00:39:15: auch
00:39:15: tatsächlich, wenn irgendwas mal richtig, sagen wir mal, so das Ding haben wir jetzt durchgezogen, es hat geklappt.
00:39:19: Erfährst du das auch?
00:39:20: Oder sind da so viele Schritte, wo du dann das gar nicht mitbekommst?
00:39:23: Erfahre ich.
00:39:23: und wenn ich so nicht von mir aus erfahre, dann muss ich eben nachfragen.
00:39:26: Da muss ich nachhaken und dann eben auch ein bisschen Druck machen, weil die Ministerien, die haben auch viel zu tun.
00:39:30: Und dann hat ich auch mal mal die Dendenz, wie du auch gerade beschrieben hast, so ein bisschen was liegen zu lassen, aus zu Haare, sich nicht drum zu kümmern.
00:39:37: Und da ziehe ich dann meine Aufgabe als Abgeordneter auch so ein bisschen als... Kämpferin für die Bürger und für die Petitionen da dann zu sagen, ich hake danach, ich lass da nicht locker.
00:39:48: Weil es sind oft Themen, wie du sagst, da wird so wenig drüber geredet und das finde ich jetzt so spannend für mich noch mal in diesem Lebensalter, wo ich sage, das müssten wir vielmehr auch durchgestiegen.
00:39:54: Ich
00:39:54: hätte da noch so ein paar Ideen, vielleicht sollte ich einfach mal bei dir vorbeikommen.
00:39:57: Auf jeden Fall, du kommst noch zu mir ins Büro
00:39:58: und dann wirst du an die Petition.
00:39:59: Genau, wir haben ja schon ein paar geschrieben, warum wirst du nicht Familienminister dann schon?
00:40:03: Sehr gut.
00:40:04: So mal die Lieben, das war es heute mit Riccada lang und nächsten Donnerstag geht es weiter mit Betty Taub.
00:40:10: Es wird sehr... Es geht sehr ans Herz.
00:40:12: und tatsächlich, ich musste Tränen unterdrücken.
00:40:16: Er ist ins Badezimmer reingekommen und hat gesehen, wie meine Mama mich gerade unter dem Wasser in der Badebeine ertränken wollte.
00:40:22: Dann ist er hingegangen und hat sie so weggeschubst.
00:40:24: So, und das war's für heute.
00:40:25: Ich wünsche euch einen wundervollen Tag.
00:40:27: Ich würde mich freuen, wenn ihr nächsten Donnerstag wieder bei WarnerMam dabei seid, da, wo es Podcast gibt.
00:40:31: Und natürlich könnt ihr mich auch sehen und meinen Gast auf YouTube.
00:40:35: Und fünf Sterne verteilen, bitte.
00:40:36: Ich bin jetzt erst mal raus.
00:40:44: Wonder Mom mit Natascha Ochsenknecht ist ein Podcast aus den Wake-Wed Studios.
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